1965 wurde die Hartmutschule eingeweiht.

Die Schule trägt ihren Namen nach Hartmut XII, dem Kronberger Ritter der Reformationszeit.Seine Vorfahren wohnten in der Eschborner Turmburg, die einst in der Nähe des Platzes stand, wo sich unsere Schule heute befindet.Die Hartmutschule ist das vierte Schulgebäude in Eschborn.

Anlässlich der Einweihung stellte Herr Cromm, der damalige kommissarische Schulleiter, einen Rückblick über 300 Jahre Schule in Eschborn zusammen.

 

 


Im Jahr 2016 wurde die Hartmutschule 50 Jahre alt.

Im Zuge dessen erschienen am 19.06.2015 im Höchster Kreisblatt folgende Artikel:

 

Hartmutschule wird 50 So warn’s die alten Rittersleut’

19.06.2015 Von David Schahinian Die Hartmutschule feiert morgen ihr goldenes Jubiläum. Der Namensgeber war ein Kronberger Ritter, dessen Vorfahren einst in Eschborn lebten. Während der heute endenden Projekt-Tage erfuhren 21 Drittklässler im Stadtmuseum, was es mit ihnen auf sich hatte – und dass das Leben damals kein Zuckerschlecken war.

Foto: Reuß (2), Gerhard Raiss zeigt den Kindern Gegenstände, die bei der Ausgrabung der Eschborner Turmburg (Sitz der Eschborner Ritter) 1895/96 gefunden wurden.

„Was macht ein Ritter, wenn er Pipi muss?“ Das ist eine gute Frage der Kinder, schließlich hatte der Eschborner Stadtarchivar Gerhard Raiss den 21 Schülern der Klasse 3a der Hartmutschule vorher erklärt, dass die Rüstung und Ausstattung der Ehrenmänner gut und gerne 40 Kilo schwer sein konnte. Mitunter mussten sie sogar mit einem Flaschenzug auf ihr Pferd gehievt werden. „Sie ließen es einfach laufen, anders ging es nicht“, antwortete Raiss. Die Auskunft erschrak den Nachwuchs: „Oh Gott, das arme Pferd!“

Der Ausflug ins Stadtmuseum hatte einen besonderen Anlass: Die Hartmutschule, benannt nach Ritter Hartmut XII., feiert morgen mit einem großen Fest ihren 50. Geburtstag und den Abschluss der Projekt-Tage (siehe „Info“ unten). Die Vorfahren des Ehrenmannes wohnten in der Eschborner Turmburg, die sich einst in der Nähe der heutigen Schule befand. Staunend standen die Drittklässler um die Vitrinen im Untergeschoss des Museums, in denen unter anderem ein Nachbau der Burg präsentiert wird. Die Bauwerke dienten dem „Schutz vor Feinden“ wussten die Schüler. Allein, in Eschborn gibt es keinen Berg: „Es ist alles flach“, so Raiss.

Das Kronberger Exemplar hatte die Klasse bereits im Original gesehen: Sie liegt hoch oben, fällt nach drei Seiten ab und hat lediglich zur vierten ein Eingangstor. „Man musste also nur eine Seite verteidigen.“ Das spürten die Schüler bei dem dortigen Besuch am eigenen Leib: „Steil fanden wir es auch“, bestätigte Klassenlehrerin Kerstin Thoma. Damals war die Lage ein guter Grund für die Herren von Eschborn, die neue Burg in der Nachbarschaft zu bauen, ihren Hauptsitz dorthin zu verlegen und sich fortan „von Cronberg“ zu nennen.

Foto: Rainer Golbach

Die Kleinen brachten bereits erstaunlich viel Wissen über die Ritterzeit mit. Seit Jahresbeginn steht sie im Unterricht immer wieder im Mittelpunkt – der Schulchor beispielsweise hat Ritterlieder einstudiert, im Musikunterricht wurden mittelalterliche Tänze thematisiert. „Die Klassen fahren außerdem auf die Königsteiner und Eppsteiner Burg“, berichtete Schulleiterin Catrin Taplick.

Großes Interesse zog das Gemälde der „Schlacht bei Eschborn“ auf sich. „Damals konnte man noch nicht digital fotografieren oder Videos machen“, sagte Raiss lächelnd. Die Herren von Kronberg waren jedoch so stolz auf ihren 1389 errungenen Sieg gegen die Freie Reichsstadt Frankfurt, dass sie Bilder davon malen ließen. Der Stadtarchivar lenkte den Blick auch auf die dargestellten Randerscheinungen – etwa einen kleinen Wald mit wertvollen Kastanien in Kronberg. „Die fiesen Frankfurter haben die Rinden abgeschnitten und so die ganzen Bäume kaputtgemacht.“ Auch einen Hof in Niederhöchstadt brannten sie ab, kurz: „Die Stimmung war mies.“

Ritter Hartmut XII., der Namensgeber der Grundschule, lebte später: von 1488 bis 1549. Die Einrichtung sollte einen Bezug zu den Kronberger Rittern haben, deren Vorfahren seinerzeit in der Nähe der Schule residierten. Man einigte sich schließlich auf ihn, weil er als besonderer Vertreter seines Geschlechts gilt: „Er verwirklichte in seinem Leben die echten Rittertugenden der Ehrlichkeit, des Eintretens für den Schwächeren und der tiefen Gläubigkeit“, schrieb Günther Cromm, der bei der Einweihung kommissarischer Schulleiter war.

„Das war spannend“, oder: „Ich finde besonders toll, dass die Ritter für ihre Ehre gekämpft haben“, lauteten einige Urteile zum Besuch im Museum. „Meines Wissens sind wir außerdem die einzige Hartmutschule in Deutschland – ein schönes Alleinstellungsmerkmal“, ergänzte die Schulleiterin.

Einige Schüler würden es auch gut finden, wenn ihre Schule „Ritter-Hartmut-Schule“ heißen würde. „Ritter hat etwas Militärisches“ – Raiss vermutet darin einen Grund, warum man sich 1965 dagegen entschied.


Info: 330 Kinder, 22 Lehrer, 18 Streitschlichter

Die 1965 eröffnete Hartmutschule in Eschborn (Pestalozzistraße 7-11) ist eine Grundschule, die derzeit 330 Kinder und 22 Lehrkräfte beherbergt. „Die Schule liegt wunderbar in der Parklandschaft und lädt gerade dazu ein, außerschulische Lernorte aufzusuchen“, schwärmt Rektorin Catrin Taplick und stellt auf die Bitte des Kreisblatts hin die Besonderheiten heraus. So gebe es einen großzügig angelegten Hof mit vielen Spielmöglichkeiten. Taplick weiter: „Jeden Tag wird in der großen Pause von den Viertklässlern die ,Hütte’ geöffnet, wo sich die Kinder Rädchen und andere Spielsachen ausleihen können. Die Pausenaufsicht wird von unseren Streitschlichtern – 18 Dritt- und Viertklässlern – unterstützt, die wir an der Schule ausbilden. Außerdem sind in den Pausen die Schülerbücherei und der Raum der Stille geöffnet.“

Das Angebot an Arbeitsgemeinschaften sei vielfältig. In der Garten AG lernen die Grundschüler zum Beispiel, Blumen, Gemüse und Obst anzubauen. Im künstlerisch-ästhetischen Bereich fallen der Schulleiterin die Kunst AG, die Bastel AG, die Tanz AG, der Chor und die Flöten AG ein. Die Schule sei auf dem Weg zur gesundheitsfördernden Schule und habe dafür schon einige Zertifikate erlangt, fährt Taplick fort: Bewegung, Verkehrs- und Mobilitätserziehung, Gewaltprävention. Im Bereich Ernährung will die Schule dieses Jahr das Zertifikat erreichen. „Jedes Kind hat in der vierten Klasse Computerunterricht, um in der weiterführenden Schule im Umgang mit Computern vertraut zu sein“, berichtet Taplick. „Außerdem wird in diesem Kurs besonderes Augenmerk auf den Umgang mit dem Internet und den Gefahren gelegt.“ Wer ist der prominenteste ehemalige Schüler? „Unser Bürgermeister Mathias Geiger“, antwortet die Rektorin. ask

Am Samstag, 20. Juni, ist Jubiläums- und Schulfest mit Ausstellungen, Präsentationen der drei Projekt-Tage und Vorführungen (10 bis 13 Uhr).

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